Mediation für Wirtschaft, Arbeitswelt, öffentlichen und privaten Bereich
 
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HCD'13 - Home Coming Day am 21. Januar 2013 in Zürich

03.02.2013

Rund 50 motivierte Mediatorinnen und Mediatoren trafen sich am 21. Januar 2013 im Novotel Zürich zum zweiten Home Coming Day HCD. Spannende Referate, Plenumsdiskussionen und Workshops boten Einblick in unterschiedlichste Facetten der Mediation. Die Anerkennung von 8 Weiterbildungsstunden durch den SDM sowie der rege kollegiale Austausch und die Kontaktpflege zeigten, dass sich der HCD zu einem wichtigen Mediationsforum entwickelt hat

Zwei prominente Vertreter der Sozialpartner des Bauhauptgewerbes – Dr. Daniel Lehmann, Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes und Hans-Ulrich Scheidegger, Mitglied der Geschäftleitung UNIA – demonstrierten in ihren Impulsreferaten die Problematik verhärteter Positionen zweier Parteien, die gezwungenermassen zusammenarbeiten. Die jeweiligen Verhandlungen zum Landesmantelvertrag sind seit Jahren von medienwirksamen Aktionen und Statements begleitet. Ein vom Bundesrat verlangter Einigungsprozess unter Leitung des ehemaligen SECO-Chefs Jean-Luc Nordmann brachte keine Annäherung der Parteien. Als Fazit kristallisierten sich in der Plenumsdiskussion drei wichtige Kriterien heraus, die in Fällen wie der vorliegende Beachtung finden müssen:

1. Die Akzeptanz einer „Mediation auf Befehl“ ist geringer als bei einer Mediation aus eigenem Antrieb;
2. für die Leitung einer Mediation von dieser Tragweite genügt es nicht, ein angesehener Politiker oder Chefbeamter zu sein. Dafür sind eine oder mehrere ausgebildete Mediatorinnen/Mediatoren einzusetzen;
3. wenn die Parteien nicht für sich alleine sprechen können, sondern eine grosse Anzahl von Mitgliedern von ihren Verhandlungsergebnissen überzeugen müssen, um das Einverständnis zu erwirken, sind begleitende Mediationen mit diesen Interessensgruppen der Basis unerlässlich.


Zwei parallel laufende Workshops vermittelten Einblick in völlig unterschiedliche Mediationsfelder: einerseits die Grossgruppenmediation, andererseits die mediative Bearbeitung von Gruppenkonflikten in Unternehmungen.

Am Beispiel einer Zukunftswerkstatt mit Bürgern der Gemeinde Horw zeigte der erfahrene Mediator und Buchautor Hannes Hinnen die Einsatzmöglichkeiten und Mechanismen einer Grossgruppenintervention auf: Schritt für Schritt werden in einer grossräumigen Lokalität in kleineren Gruppen definierte Problemkreise diskutiert und Visionen erarbeitet, die dann ins Plenum eingebracht und weiterverwertet werden. Sukzessive ergibt sich daraus das Vorstellungsbild der Bürger, wie sie ihre Gemeinde in Zukunft gestalten wollen. Fazit: Nach Hinnen ist keine Gruppe zu gross für eine Mediation. Voraussetzungen sind eine sehr gute Vorbereitung und die Choreographie für die Aufteilung der Teilnehmenden in rotierende Gruppen.

Einen anderen Mediationsbereich präsentierte Rudi Ballreich, Mediator und Autor mehrerer Fachbücher. Gruppenkonflikte in Unternehmen entstehen vielfach dann, wenn Umstrukturierungen zu Änderungen der Arbeitsprozesse, neuen Teamzusammensetzungen, Kompetenzverschiebungen etc. führen und es den Mitarbeitenden nicht gelingt, die Veränderungen konstruktiv anzugehen. Ein anschauliches Beispiel vermittelte der Lehrfilm über den Konflikt der beiden Teams Beschaffung und Produktion der von Ballreich kreierten Musterfirma. Fazit: Die Lösung des Konfliktes liegt in der gleichzeitigen Bearbeitung der Sach- und Beziehungsebene; die Beteiligten müssen sich ihrer persönlichen und sozialen Verstimmungen bewusst werden und lernen, die Befindlichkeit der anderen zu verstehen.


Der UMCH-Home Coming Day ist mit 8 Stunden SDM-anerkannter Weiterbildung dotiert und stellt somit einen wichtigen Faktor für die Zertifizierung durch den Dachverband dar.

 
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